‚Das kommt nie, nie wieder!‘

Das digitale Zeitalter hat in der privaten Fotografie zu einer Bilderflut geführt, die kaum mehr zu überschauen ist. Digitale Bilder sind flüchtig und vergänglich zugleich. Flüchtig, weil zumeist en passant aufgenommen – vergänglich, weil kaum jemals nachhaltig abgespeichert wird. Digitale Fotografinnen und Fotografen fotografieren den Alltag, jedes Detail aus jedem erdenklichen Blickwinkel und zu jeder Tages- oder Nachtzeit. Digitale Bilder – Videos miteingeschlossen – sind in Sekundenschnelle gepostet auf Instagram, Facebook oder Pinterest. Eine gigantische, sich stetig erneuernde visuelle Online-Galerie, die kein Mensch je zur Gänze betrachten kann. Digitale Fotografen brauchen keine Filmdosen und auch keine Systemkameras mehr – Spiegelreflexapparate mit Normalobjektiven, Zoom- oder Makrolinsen. Auch Projektoren, Magazine, Fotokartons und Dia-Schränke sind entbehrlich geworden. Hunderttausend Bilder passen auf eine einzige „Secure Memory Card“ – sprich: SD-Karte. Digitale Fotografen haben ein Smartphone – das universale Tool für moderne Kommunikation und Visualisierung.

Das alles hatte Heinz Pietsch nicht.

„Kameras“, 11. Dezember 1981.
Heinz Pietsch war leidenschaftlicher Sammler optischer Geräte: Polaroid EE 100, Porst autoflex, Petri TTL und Bilora Radix 2a (Radix 56). Kreisarchiv Tübingen, Bestand Heinz Pietsch, FPA-12068.

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