Kleine Kunstwerke

Fotografieren war die Leidenschaft von Heinz Pietsch (1926-1989). Der Tübinger Lehrer und Hobbyfotograf knipste tausende von Bildern, lichtete ab, was ihm vor die Linse kam oder arrangierte künstlerisch und mit einem bestechenden Sinn fürs Detail die Konsumgegenstände seiner Zeit. Pietschs Fotografien dokumentieren die Stadt und deren Veränderungen, die Automobilkultur, die Familie, die Feste und Rituale und den Konsumwahn der Wirtschaftswunderjahre. Kurz gesagt: Heinz Pietsch zeigt uns das Alltagsleben der Zeit von 1950 bis 1989. Seine Fotografien laden die Betrachterin und den Betrachter ein, das Besondere und Kuriose in ihnen zu entdecken – das nachmittägliche Federballspiel, die Tankstelle um die Ecke, das frisch gekaufte Brot.
Pietschs visuelles Lebenswerk ist eine immense Dokumentation des Privaten und ebenso der lokalen und regionalen Zeitgeschichte. Seine Bilder sind kleine Kunstwerke. Sie beeindrucken durch Vielfalt und Einzigartigkeit, versetzen uns in Staunen, lassen uns schmunzeln, ja, sie wecken Erinnerungen an die eigene Kindheit und Biografie.

„Ich in Glaskugel“, 1. Januar 1957. Kreisarchiv Tübingen, Bestand Heinz Pietsch, FPA-H1-622.

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